Tipps zur Wohnungsbesichtigung

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Die Suche nach der neuen Wohnung ist kostenintensiv, nervenaufreibend und kann vor allem lange dauern. Um die passende Bleibe für sich zu finden, müssen viele Punkte beachtet werden. Dazu zählt auch die Besichtigung der Immobilie, bei der sich die Möglichkeit bietet, alles über die Merkmale der Wunschwohnung oder des Mietobjekts herauszufinden. Wer eine Wohnung kaufen möchte, der sollte sie vor der Entscheidung einmal gründlich besichtigt haben. Nur eine sinnvolle und vorbereitete Besichtigung kann am Ende zu einem befriedigenden Ergebnis führen.

Alles zur richtigen Zeit

Den passenden Zeitpunkt für die Wohnungsbesichtigung zu finden ist nicht wirklich einfach. Meistens gibt der Vermieter die Termine vor, Familie und Arbeit bestimmen darüber hinaus die eigene freie Zeit. Empfehlenswert ist, die Wohnung bei Tageslicht zu besichtigen und zu einem Zeitpunkt um 17:00 Uhr. Je nach Zeitpunkt sollte auf die Lichteinstrahlung im Inneren und Äußeren der Wohnung oder des Hauses geachtet werden, besonders auf dem Balkon, der Terrasse und den Wohnräumen. Ein Termin um 17:00 ist deswegen empfehlenswert, weil sich zu der Zeit die meisten Nachbarn zu Hause befinden. So lassen sich relativ genau die alltäglichen Lärmpegel in der unmittelbaren Nähe des Hauses oder der Wohnung bestimmen. Auch gastronomische Einrichtungen und andere Freizeitangebote in der Nachbarschaft, die Menschengruppen anlocken, zählen dazu und sollten berücksichtigt werden.

Die Wohnung oder das Haus genau unter die Lupe nehmen

Bevor die Wohnung oder das Haus betreten wird, sollte die Umgebung betrachtet werden. Vor dem Haus und im Hausflur zeigt sich, wie sehr an diesem Ort auf Reinlichkeit acht gegeben wird. Auch Fragen über das Thema sind relevant, wird ein Reinigungsservice genutzt, gibt es einen Kellerabteil, wo werden Fahrräder und Mülltonnen abgestellt? Diese Details werden gerne übersehen und können später zu einem Dorn im Auge des Mieters werden.

Mit dem Betreten der Wohnung geht es zum größten Teil um das eigene Bauchgefühl. Auch wenn vorher schon der Grundriss gesehen wurde, muss noch einmal die Raumaufteilung registriert werden. Wie sind die Räume aufgeteilt, welche Strecken liegen dazwischen und werden sie alle mit einem Flur verbunden, oder gibt es Durchgangszimmer? Auch die Raumhöhe, Fensteranordnung, Beschaffenheit der Böden und Wände wirken auf das eigene Befinden ein. Um die Lärmdämmung der Fenster zu testen sollte eines zur Probe geöffnet werden. Geht ein Fenster der Wohnung zur Straße heraus, kann so herausgefunden werden wie stark die Geräusche im Sommer bei geöffnetem Fenster in die Wohnung dringen und ob die Fenster geschlossen den Lärmpegel ausschließen. Auch ein Test der Rolläden wird empfohlen. Sind sie defekt oder können sie den Raum nicht vollständig abdunkeln, dann zeigt sich das gleich.

Neben den Fenstern sollten auch die Türen testweise geöffnet und geschlossen werden, ganz besonders bei Altbauwohnungen. Auch das Vorhandensein der Schlüssel ist je nach Bedarf von Bedeutung.

Werden einige Räume nur schwer mit Frischluft versorgt, oder sind einige Wände dicker überstrichen als andere? Streicht man mit der bloßen Hand über die Wände, sollten sie sich weder kalt noch feucht anfühlen. Ist die Wohnung bereits möbliert, dann sollten bei Möglichkeit und nach Nachfrage ein paar Möbelstücke leicht verschoben werden. So zeigt sich ein möglicher, dahinter liegender Schimmelbefall. Ebenso verhält es sich im Badezimmer. Hier hilft der Geruchssinn weiter. Riecht es klar nach Chlor, dann kann es gut Möglich sein, dass Schimmel beseitigt wurde. Der Vermieter der Wohnung oder der beauftragte Makler kann auf Nachfrage darüber natürlich Auskunft geben.

Auch das Wasser und die Wasserhähne informieren über den Zustand der Wohnung, beziehungsweise des Hauses. Es sollte in Erkenntnis gebracht werden, wie das Wasser erhitzt wird und wie lange es dauert, bis warmes Wasser fließt. Auch der Wasserdruck oder die Toilettenspülung können bei der Gelegenheit gleich getestet werden.
Die Lage und Anzahl der Steckdosen sollte man berücksichtigen, oder ob die Wohnung Platz für eine Waschmaschine bietet. Während der Besichtigung ist es hilfreich, währenddessen Notizen zu machen, um sich auch später an alles erinnern zu können.

Allgemein hilfreiche Tipps

Generell gilt; vier Augen sehen mehr als zwei. Es sollten im besten Fall alle Personen an der Besichtigung teilnehmen, die später mit in das Haus oder die Wohnung einziehen werden. Wird das Objekt allein bezogen, sollte trotzdem ein/e Bekannte/r als Begleitperson mitkommen und eine zweite, unabhängige Meinung beisteuern. Hilfreich könnte auch ein mitgebrachtes Maßband sein, mit dem kritische Räume oder etwaige Dachschrägen abgemessen werden, um zu testen ob die Möbel tatsächlich in die Wohnung passen. Das ist vor allem dann von Bedeutung, wenn das besichtigte Objekt über keine Küche verfügt und die eigene Einbauküche mitgenommen werden soll.

In dieser Hinsicht sollte schon vor der Besichtigung klar sein, was unbedingt in der Wohnung vorhanden sein muss, worauf verzichtet werden kann und wie hoch die Miete maximal betragen darf. Dabei sollten unbedingt die Nebenkosten berücksichtigt werden.

Wer bei einer Besichtigung einen guten Eindruck hinterlässt, hat es später natürlich auch einfacher das Objekt zu bekommen. Auch der Makler oder Vermieter besichtigt die Interessenten und bewertet sie nach ihrem Auftreten und dem Erscheinungsbild. Wer gepflegt, interessiert aber etwas zurückhaltend auftritt, kann sich im Nachhinein bei der Entscheidung alle Türen offen halten. Gezielt gestellte Fragen wirken aufgeschlossen und informiert. Auch Rückfragen sollten vollständig, höflich und ehrlich beantwortet werden, um einen positiven und stimmigen Eindruck zu hinterlassen. Besonders Fragen über das Einkommen oder die Familienverhältnisse müssen transparent beantwortet werden. Auch wer gut vorbereitet ist, kann davon profitieren. Eine zur Besichtigung mitgebrachte, ausgefüllte Auskunft über die eigene Person, die letzten drei Gehaltsnachweise oder auch schon eine Schufa-Auskunft sind für den Eindruck beim Vermieter oder Makler von Vorteil. Die Repräsentation ist wichtig, falls man anschließend entscheidet, das Haus oder die Wohnung kaufen oder mieten zu wollen.

Es hilft nicht, sich unter Druck zu setzen. Auch wenn der aktuelle Wohnungsmarkt schnelle Entscheidungen verlangt, sollte nicht unüberlegt oder trotz Unsicherheit gehandelt werden. Auch bei Massenbesichtigungen gilt es standhaft zu bleiben, die Augen offen zu halten und des Gefühls eines harten Wettbewerbs zu widerstehen. Erst wer alle Fakten kennt und bedacht hat, sollte sich dazu entschließen die Wohnung oder das Haus kaufen zu wollen.

Für den Mietvertrag gilt, nichts vorzeitig und unter Druck zu unterschreiben. Erst recht nicht, wenn noch nicht alles in Ruhe durchgelesen wurde.
Einige Kosten werden beispielsweise über den Versorger direkt abgerechnet und werden daher nicht mit in die Nebenkosten aufgenommen. Das betrifft meist Kosten für Strom oder Gas. Informationen über solche Kosten können auch direkt bei der Person eingeholt werden, die die Besichtigung durchführt.

Zusammenfassung

Wer sich vor der Besichtigung richtig vorbereitet und selbstsicher, informiert und interessiert beim Objekt erscheint, braucht sich keine Sorgen mehr zu machen. Wird zudem ein guter Eindruck beim Vermieter/ dem Makler hinterlassen, hat man anschließend bessere Chancen bei einer Entscheidung das gewünschte Haus, beziehungsweise die besichtigte Wohnung kaufen oder mieten zu können.