Umzug – stressfrei umziehen

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Der Umzug steht an? Ärger und Stress können durch eine vorzeitige Planung und Organisation vermieden werden. Hier die wichtigsten Punkte für einen reibungslosen Umzug.

Wenn ein Umzug auf einen zukommt, steht einem schnell mal das Wasser bis zum Hals – die geeignete Zügelfirma finden, ausreichend Umzugskartons besorgen und den gesamten Besitz rechtzeitig einpacken, das sollte nicht unterschätzt werden. Denn die Liste der noch zu erledigenden Dinge wird schnell länger und man verliert mit der Zeit den Kopf. Um das zu vermeiden, bietet sich eine ausführliche Checkliste an, mit der man die Aufgaben organisieren und abhaken kann.

Entrümpeln

Bevor gepackt wird, sollte die Wohnung erst einmal vollständig entrümpelt werden. Das bezieht sich auch auf den Estrich und den Keller, die gründlich ausgemistet werden müssen um alle Altlasten vor dem Umzug los zu werden. Im Grunde wird bei den kleinen Dingen begonnen, bevor die großen Aufgaben in Angriff genommen werden. So nimmt man sich anfangs noch das Badezimmerschränkchen, Nachttische und Schubladen vor, bevor man dann zu den Küchen- Kleider- und Vorratsschränken geht.

Beim Ausmisten ist jedes Mal zu entscheiden, ob der Gegenstand entsorgt, repariert, wiederverwertet oder behalten werden soll. Soll etwas behalten werden, dann hilft ein Plan der neuen Wohnung dabei festzulegen, wo die Sachen einen neuen Platz finden. Das hilft dabei tatsächlich zu selektieren was mit ins neue Heim genommen wird und was als unnötiger Ballast besser entsorgt wird. In diesem Zusammenhang sollte auch frühzeitig schon nachgesehen werden, wann das letzte Mal vor dem Umzug die Altpapier- und Kleidersammlung stattfindet, damit mann das Entrümpeln entsprechend planen kann.

Kommen dabei defekte Elektrogeräte zutage, können diese dem Fach- oder Detailhandel zurückgegeben werden, oder an offiziellen Sammelstellen abgegeben werden. Zu letzteren Zählt die Stiftung Entsorgung Schweiz, SENS eRecycling oder der Schweizerische Wirtschaftsverband Swico Recycling. Die Sperrgutabfuhr nimmt unbrauchbares, das nicht in den Müllsack passt, wofür wieder rechtzeitig im Entsorgungskalender nachgeschaut werden sollte.

Zügelfirma

Das Zügelunternehmen sollte mit Sorgfalt ausgewählt werden und frühzeitig vor dem Umzugstermin. Dazu gehört mehr als eine oder zwei Offerten einzuholen. Es gilt allerdings nicht, dass die billigste auch die beste ist, denn manche Unternehmen offerieren tief und stellen eine höhere Rechnung bei Mehraufwand. Daher sollten Firmen misstrauisch betrachtet werden, die den Stundenaufwand um einiges tiefer als die anderen Unternehmen einschätzt. Für Zügelfirmen gibt es noch weiter Orientierungspunkte:

  • Die Anzahl der vorgesehenen Zügelleute kann sich mit einer Faustregel an der Zimmerzahl ableiten lassen. Bei einer Vierzimmerwohnung lässt sich mit vier Männern rechnen.
  • Ähnlich kann man das Volumen berechnen. Bei einer Dreizimmerwohnung wird von ungefähr 30 Kubikmetern ausgegangen, das der Zügelwagen als Ladevolumen haben sollte. Ansonsten muss er häufiger fahren, was auch den Stundenaufwand und die Kosten erhöht.
  • Erkundigen Sie sich, die die Firma den Ablauf plant.
  • Holen Sie ebenso Informationen ein, ob der Endpreis inklusive der Mehrwertsteuer berechnet wurde und ob alle Kosten angegeben wurden, auch die für einen Möbellift oder Distanzzuschläge.

Packen

  • Kisten/ Kartons: Vor dem Umzug sollten unbedingt ausreichend viele Kisten besorgt werden. So kann beim Umzug selber alles effizienter ablaufen, wenn die Gegenstände in festen Schachteln verstaut sind und platzsparend gestapelt werden können. Säcke und Tüten sind nicht geeignet. Sie können nicht gestapelt werden und sind nicht so strapazierfähig wie Kisten. Im Regelfall werden für eine Dreizimmerwohnung an die 40 Kisten benötigt. Dabei sind die zusammensteckbare Kisten praktischer als diejenigen, die zugeklebt werden müssen. Dabei ist zu beachten, dass die Kisten nicht zu voll gepackt werden, da sie ja noch getragen werden, weshalb Gegenstände wie Bücher besser in kleinere Kisten verpackt werden.
  • Sinnvoll Beschriften: Entweder sie beschriften die Kisten direkt, oder besorgen sich vorher genügend Etiketten, die auch an den Möbeln angebracht werden können. Dann werden die Kisten sorgfältig mit dem genauen Inhalt und dem Raum bezeichnet, in dem sie anfangs abgestellt werden sollen. So können nach dem Umzug, wenn sich alle Kisten in der neuen Wohnung stapeln, schnell alle nötigen Gegenstände und Sachen wie Handtücher oder Kosmetikartikel die man bei der ersten Dusche schnell zur Hand haben möchte. Da die Kisten aufeinander gestapelt werden, empfiehlt sich eine seitliche Beschriftung.
  • Zeitmanagement: Auch für das Packen sollte genug Zeit und Hilfskraft eingeplant werden. Meistens können Freunde, Verwandte oder Bekannte abwechselnd beim packen helfen, denn dieser Prozess nimmt mehr Zeit in Anspruch als es erst scheint. In der Regel kann man einen halben bis ganzen Tag einplanen, um den Inhalt eines Zimmers sorgfältig in Kisten zu verpacken.
  • Wo anfangen: Zuerst sollte mit Keller und Estrich begonnen werden, da sich dort die Gegenstände befinden, auf die man in der Regel noch ein paar Wochen vor dem Umzug verzichten kann. In der Wohnung sollten dann als erstes Bücher, CDs oder zerbrechliche Gegenstände und Dekorationen wie Vasen und Bilder eingepackt werden. Auf diese Dinge ist man vor dem Umzug ebenso wenig angewiesen.
  • Rechnungen: Alle offenen Rechnungen und weiterer Papierkram sollte in Angriff genommen werden, bevor die Sachen aus dem Arbeitszimmer eingepackt werden.
  • Was kommt zum Schluss: Die Küche steht am Ende der Liste. Denn bis zum Tag des Umzugs werden noch Geschirr, Besteck und Kochtöpfe benötigt. Deswegen werden diese Sachen zuletzt eingepackt.
  • Vorsicht, Glas! Um Geschirr oder Gläser umzugsfest zu verpacken, sollte eher Haushalts- oder Seidenpapier statt Zeitungspapier verwendet werden, da sonst alles in der neuen Wohnung gespült werden müssen. Mit der Zeitung kann man stattdessen alle Ecken in den Kisten auspolstern, in denen sich zerbrechliche Gegenstände befinden. Diese Kisten sollten nochmal extra gekennzeichnet werden, damit sie vorsichtig behandelt werden. Bilder sollten rechtzeitig schon verpackt werden und vor dem Umzugstermin auch die Lampen abmontiert, da sowas sonst am Umzugstag den Zügelleuten im Weg steht.
  • Möglichkeiten für Kleidung: Bei Kleidung kann es sich lohnen bei der Zügelfirma spezielle Karton mit einer Hängevorrichtung dazu zu mieten. Die kann man dann direkt am Umzugstag bestücken und die Kleider in der neuen Wohnung direkt wieder in den Schrank hängen.
  • Bei besonders teuren Möbeln oder Gegenständen kann man sich überlegen, ob sich eine Transportversicherung lohnt.

Nachdem alles geordnet und verpackt ist, kann man sich eine Verschnaufpause gönnen, da am Umzugstag die Zügelleute die meiste Arbeit übernehmen werden. Die Arbeit beginnt dann erst wieder später beim Auspacken – wofür man dann aber alle Zeit der Welt hat.

Die Rechnung für die Zügelfirma kann ganz schön aufs Portemonnaie schlagen. Durch im Voraus verlangte Offerten können böse Überraschungen vermieden werden.

Die Wohnung wurde entrümpelt, der Hausrat in Kisten gepackt und diese beschriftet, die Adressänderung wurde versandt – es kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Doch dann kommt der Tag des Umzugs und mit ihm neue Probleme: Es werden acht Stunden benötigt, statt der berechneten fünf, der Zügeltransporter ist zu klein und ein wertvolles Möbelstück ist plötzlich beschädigt. Nach dem ganzen Stress unterschreibt man den Stundenrapport und kommt selber für die Schäden auf, um endlich Ruhe zu haben. Dafür ist der Ärger gross, wenn der Umzug mehr als geplant gekostet hat.

Um das zu vermeiden, soll schon im Voraus eine Offerte von den Zügelfirmen verlangt werden, am besten sind zwei bis drei Angebote um vergleichen zu können. Im Vorfeld sollte bei Freunden und Bekannten erkundigt werden, welche Unternehmen denn empfohlen werden. So kann man sich eine Firma aussuchen und sie etwas näher unter die Lupe nehmen. Ist der Anbieter seriös, dann werden auch Räume wie der Estrich, Keller und der Balkon angesehen, erst danach lässt man sich eine schriftliche Offerte geben. In dieser sollten alle einzelnen Leistungen detailliert beschrieben werden.

Das muss in der Offerte stehen

  • Der Termin: Das Datum des Umzugs und die genaue Uhrzeit
  • Die Wohnungen: Die alte und neue Adresse
  • Mitarbeiter und Fahrzeuggrösse: Nach der Faustregel geht man bei einer Dreizimmerwohnung von 30 Kubikmetern Ladevolumen für den Ladetransporter aus und mindestens drei Zügelmännern. Bei einer Vierzimmerwohnung dagegen von 40 Kubikmetern und vier Zügelmännern. Diese Zahlen sollten beachtet werden, denn weniger ist nicht gleich billiger, denn wenn der Transporter nicht genug Ladevolumen hat, muss mehrmals gefahren werden wodurch sich die Stundenzahl und der Preis erhöht. Auch zu wenige Helfer komplizieren den Ablauf, was die Stundenzahl erhöht. Haben die Zügelleute die Sachen weit zu tragen, lohnt es sich auch mehr Personen anzustellen.
  • Umzugsdauer und Stundenansatz pro Person: Sobald die Zügelleute vom Standort ihres Unternehmens losfahren, beginnt die Arbeitszeit und endet erst mit der Rückkehr. Daneben müssen auch die Stundenansätze für den Möbelwagen und Fahrer und für jeden zusätzlichen Mann in der Offerte angegeben sein. Die Kosten für das Fahrzeug und den Fahrer wird separat je nach Ladevolumen berechnet.

Eine Abrechnung nach Aufwand mit Kostendach ist meistens besser als eine Pauschale. Denn bei dieser rechnet die Zügelfirma auch unvorhergesehene Faktoren mit in den Preis rein, zum Beispiel wenn der Umzug eine Stunde länger dauert, da es in Strömen regnet und die Möbel erst noch abgedeckt werden müssen. Mit der Abrechnung nach Aufwand mit Kostendach werden die Kosten nach oben hin begrenzt, muss man zugleich weniger zahlen, wenn der Umzug doch in weniger Zeit abgelaufen ist. Auch Pausen müssen in der Offerte mit einbezogen werden. Znünipausen à 20 Minuten alle vier Stunden gelten als Arbeitszeit, das gilt aber nicht für die Mittagspause.

Über die Versicherung

Das Zügelunternehmen muss über eine Frachtführer- und Betriebshaftpflichtversicherung verfügen. In der Regel sind deren Prämien mit in den Umzugskosten enthalten, daher sollte auf keinen Fall eine Übernahme des Selbstbehalts akzeptiert werden. Eine zusätzliche Warentransportversicherung durch das Zügelunternehmen abzuschliessen, kann sich allenfalls bei teurem Hausrat lohnen. Denn dann spielt die Frage keine Rolle, wer den entstandenen Schaden zu verschulden hat oder ob das grobfahrlässig geschehen ist. Aber hier muss ebenfalls auf das Kleingedruckte geachtet werden.

Viele Nebenkosten werden oft nicht erwähnt, können aber einen großen Riss ins Portemonnaie reißen, weshalb sie mit in die Offerte gehören. Dazu zählen die Entsorgungsgebühren, die Mehrwertsteuer, Stockwerkzuschläge, Transport der schweren Gegenstände sowie die Verpflegungskosten der Zügelleute. Diese Kosten sollten auch von Ihnen schriftlich festgehalten werden.

Bei der Offerte werden Trinkgelder nicht berücksichtigt, pro Mann und halben Tag sind 10 Franken angemessen.