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Sollen wir zusammenziehen?

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Welche Hürden sich vor einem beim Zusammenziehen auftun und wie es dennoch gut gelingen kann

Oft kommt es zu Schwierigkeiten und Streitereien, besonders wenn Paare ab 30 beschliessen, zusammenziehen. Warum? Bis dahin hat sich bereits der eigene, individuelle Einrichtungsstil herauskristallisiert, die meisten Möbel sind zu diesem Zeitpunkt doppelt vorhanden – das bedeutet meistens, dass Auseinandersetzungen beim Einrichten der neuen Wohnung bereits vorprogrammiert sind.

Dabei gibt es noch vor dem Einzug und der Einrichtung eine sehr grundlegende Frage, die geklärt werden muss: Zu dir oder zu mir? Dabei ist nicht immer nur die eigene Wohnung der Partner gemeint, sondern oft auch die Wohnregion. Nachdem entschieden wurde, in welcher Region sich die gemeinsame Wohnung, beziehungsweise das gemeinsame Haus befinden soll, geht es direkt weiter mit der Herausforderung: Deins oder meins?

Einen Grundrissplan zur Hilfe nehmen

Mit fortgeschrittenem Alter haben bereits beide Partner je eine vollständige Einrichtung angesammelt, die insgesamt im neuen Zuhause wohl kaum genug Platz finden wird. In solchen Fällen lohnt es sich besonders, schon lange vor dem Einzug mit der Planung zu beginnen. Hilfreich ist dabei, die Grundrisspläne der zukünftigen gemeinsamen Wohnung hinzuzuziehen. So kann direkt geprüft werden, welche Möbel überhaupt in die Zimmer passen würden. In dieser Phase können auch erste No-Gos angesprochen werden. Denn auch bei einem ähnlichen Stil gibt es bestimmte Möbel, die vom jeweiligen Partner unter keinen Umständen mit in die Wohnung oder das Haus mitgenommen werden wollen und ein Grundrissplan lässt den Wohnraum äusserst effektiv nutzen. 

Verzicht gehört zum Zusammenziehen

Beim Zusammenziehen ist es wichtig, dass keiner der Partner seinen eigenen Stil gegenüber dem anderen durchsetzen will. Wird eine Wohnung oder ein Haus zusammen bezogen, geht es um die gegenseitige Anerkennung des Partners und seines Geschmacks. Ebenso ist es von Bedeutung, dass eigene persönliche Dinge ebenso wie die des Partners ihren verdienten Platz in der neuen Wohnung finden.

Dabei fällt es häufig schwer, die eigenen Möbel und Einrichtungsgegenstände loszulassen und sich nicht in Konfrontationen zu verlieren. Nur wer darauf verzichtet, stur zu sein und möglichen Konfrontationen aus dem Weg geht, kann auch das Loslassen der eigenen Dinge lernen. Doch dieser Prozess ist wichtig, um sich im Leben weiter zu entwickeln und eine gemeinsame Linie zu bilden. Wer erst einmal die unerwünschten Gegenstände hinter sich gelassen hat, merkt auf einmal, wie viel Ballast mit ihnen abgeworfen wird – und wie wenig man sie am Ende vermisst. Die überflüssigen Möbel können schnell verkauft, verschenkt oder entsorgt werden. Beim Zusammenziehen ist es wichtig, Kompromisse einzugehen und sich auch auf die Wünsche des Partners einzustellen. Oft folgt am Ende die Überraschung, wie leicht es doch fällt, auf bestimmte Dinge zu verzichten. Bei dieser Form des Ausmistens kann sogar das völlige Gegenteil entstehen und Möbel, die seit Ewigkeiten im Keller oder im Estrich ihr Dasein gefristet haben, finden plötzlich ihren Weg in die Zimmer der Wohnung.

Verzicht kann zu einer Bereicherung werden

Loslassen klingt einfacher als es ist, deswegen kann die Einrichtung eine längere Phase des Zusammenziehens einnehmen. Nach vielen Diskussionen, mehrmaligem Ausmisten, Um- und Einrichten der Wohnung lernt man nicht nur neue Aspekte über sich, sondern auch über den Partner kennen, mit dem man sich in Zukunft mehr als nur das Haus oder die Wohnung teilen wird. Auch diese Erkenntnis kann einen trotz Uneinigkeiten noch näher zusammen bringen.

Individuelle Orte innerhalb der Wohnung

Schon mit dem Einrichten beginnt das Zusammenleben in der neuen Wohnung, beziehungsweise dem neuen Haus. Oft fürchten die vorher noch unabhängigen Partner um ihren Freiraum. Wer vorsorgt, für den bleibt diese Sorge unbegründet. Was dieser Angst am besten entgegenwirken kann, sind eigene, individuelle Zimmer für jeden Partner. So haben beide ihren individuellen Rückzugsort, an dem sie ihren Freiraum bewahren können. Dieser eigene Bereich trägt zum allgemeinen Wohlbefinden in der gemeinsamen Wohnung bei. An diesem Platz kann auch wieder der eigene Geschmack bei der Einrichtung ausgelebt werden. Für einen Rückzugsort bieten sich ein Hobbyraum, ein hergerichtetes Zimmer im Keller oder auch die Garage an.

Darauf sollten unverheiratete Paare beim Zusammenziehen achten:

Im Gesetz wird das Konkubinat nicht geregelt. Deshalb sollte das Paar eigens vor dem Zusammenziehen festlegen, was während des Zusammenlebens, im Falle einer Trennung oder im Todesfall gelten soll. Besonders die folgenden Themen sind in dem Zusammenhang wichtig:

Einrichtungsgegenstände:

Empfohlen wird noch vor dem Zusammenziehen eine Inventarliste anzulegen, in der ausdrücklich festgehalten wird, was wem gehört. Auch Kaufbelege, insbesondere bei teuren Anschaffungen, sollten immer aufbewahrt werden. Dazu gehört auch, im Laufe der Zeit die Liste periodisch zu aktualisieren. Mit der Hausratversicherung kann zudem geklärt werden, welche Vertragsanpassungen beim Zusammenziehen relevant werden.

Haushaltskosten:

Es sollte ebenso schon vorher schriftlich festgehalten werden, wer wie viel der gemeinsamen Haushaltskasse beisteuert und wer welche Aufgaben im Haushalt zu erledigen hat.

Wohnung:

Daneben sollte schriftlich festgehalten werden, wer im Falle einer Trennung das Recht erhält, in der gemeinsamen Wohnung zu bleiben. Auch die untereinander geltenden Kündigungsfristen sollten festgelegt werden, wenn einer der Partner beschliesst, auszuziehen und wie lange derjenige noch seinen Mietanteil berappen muss. Habt Ihr euch überlegt, gemeinsam ein Haus oder eine Wohnung kaufen zu wollen, muss schriftlich festgelegt werden, welche Eigenmittel von jedem Partner für den Kauf eingebracht werden. Jede später anfallende Änderung muss nachgetragen werden. In diesem Sinne muss auch geregelt werden, zu welchen Bedingungen ein Partner im Falle einer Trennung das Haus oder die Wohnung als Alleineigentum übernehmen kann. Ebenso muss bestimmt werden, was gilt, wenn keiner der beiden den Anteil des anderen übernehmen kann oder will.

Für den Todesfall absichern:

Der Partner kann in einem handschriftlich verfassten Testament erbrechtlich begünstigt werden. Du kannst bei deiner Pensionskasse, bei der Bank oder der Versicherung, bei der du eine gebundene Vorsorge 3a hast, nachfragen, ob du eine Begünstigungserklärung oder ein anderes Dokument brauchst, damit der überlebende Partner das Vorsorgeguthaben erhält. Ebenso solltest du den Abschluss einer Todesfallversicherung prüfen.  

Fazit:

Zusammenziehen birgt weitaus mehr, als die blosse räumliche Zusammenlegung von Wohnsitzen. Hierbei kommen neue Fragen auf, finden sich Antworten und Verzicht kann sogar bereichern. Daher bietet das Zusammenziehen Paaren eine enorme Chance, um nicht nur mit der gemeinsamen Wohnumwelt, sondern auch der gemeinsamen Beziehung neue Ebenen zu betreten.

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